Leben mit Pflegekindern ist ein ständiger Lernprozess. Die neue Website «QualifiZ.ch» bietet den Beteiligten – Pflegeeltern und begleitenden Fachpersonen – für ihren Einsatz im Alltag Informationen und Angebote, um nach Bedarf Wissen zu vertiefen, Kompetenzen zu erwerben oder bei Problemen und Fragen die passende Beratung zu finden. Qualifizierung im Pflegekinderbereich soll den Pflegekindern zugute kommen – soll «Fit machen» für Pflegekinder. Das Angebot an Kursen, Seminaren, Veranstaltungen, Beratung und Literatur für Pflegeeltern und Fachpersonen soll Menschen befähigen und unterstützen, ihre Aufgaben im Alltag mit Pflegekindern zu erfüllen.

QualifiZ.ch soll die Angebote aller Anbieter im Pflegekinderbereich an einem einzigen Ort zusammen bringen, um den schweizweiten Zugang wesentlich zu verbessern. Der erste Anbieter ist die Betreiberin Pflegekinder-Aktion Schweiz selbst. Deren ebenfalls neu zu entwickelnde Website pflegekinder.ch soll dabei die Daten aus QualifiZ.ch nutzen, damit sie nicht zwei mal vorkommen müssen. Aber pflegekinder.ch soll vor QualifiZ.ch in Betrieb genommen werden können – das ist gerade so, also ob zuerst das Huhn sein müsste, dann das Ei, aus dem es schlüpft.

Das Huhn-Ei-Problem war nur durch eine verzahnte Entwicklung zu lösen (was eine gewisse Herausforderung an das Projektmanagement stellte). Deshalb musste das Ei, aus dem das Huhn hervorgeht, von Anfang an richtig sein, denn je früher ein Fehler passiert und je später er entdeckt wird, desto schlimmer wirkt er sich aus. Für das Software-Engineering kam also nur eine klassische Wasserfallmethode in Frage.

Jeder Wasserfall wird von einer Quelle gespiesen. In QualifiZ.ch ist die Quelle eine zentrale, so genannte relationale Datenbank, die eine widerspruchs- und redundanzfreie Informationsspeicherung erlaubt. Die Erarbeitung des Datenmodelles erfolgte auf analytischem Weg mittels Methoden des System-Engineerings.

Das Erarbeiten der Inhaltsstrategie beim Content-Engineering stellte sich erwartungsgemäss als das umfangreichste Element heraus. Es erfolgte durch agiles, iteratives Arbeiten. Ausgehend von einem Zielkatalog wurden Inhalte erarbeitet, welche im Projektverlauf immer und immer wieder geprüft, hinterfragt, angepasst, verworfen oder vereinfacht wurden. Schliesslich sollte der Wurm dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.

Alles in allem: Web-Entwicklung wie sie sein sollte: alles dreht sich um den Inhalt, den Content, dem Wesentlichen. Der Rest ist Ordnung, Verpackung und Zugang, die dem Inhalt folgen, aber nichts desto trotz relevant zum Benutzererlebnis beitragen.