Es war einmal. Ja, so beginnen Märchen und manchmal sollte man sie erzählen. Vor allem wenn sie andauern und wahrscheinlich irgendwann damit enden, dass der Held glücklich bis ans Lebensende mit seiner Liebsten zusammen sein wird. Was das mit Blogsites zu tun hat? Viel. Sehr viel.

Im Jahre 2008 begann man auch in der Schweiz vom «Blogging» zu sprechen, mindestens bekamen wir es dann erstmals so richtig mit. Unternehmen witterten mit Corporate Blogs einen permanenten Draht zu ihren Kunden und stellten fest, dass Google sie dafür mag. Plötzlich sprach man von Content Marketing, davon, dass Kunden Informationen nachfragten und an klassischer Werbung dafür immer öfter vorbeischauten. Mit «Brandless Communication» konnten fortan Unternehmen sich und ihren Kunden also Gutes tun. Unternehmenskommunikation wurde geschickt verpackt in teils hochwertige Inhalte, die Internetnutzer wirklich interessierten und diese gar dazu brachten, sie selbst weiterzuverbreiten. Es liess sich plötzlich unterscheiden zwischen Owned-, Earned- und Payed-Content und letzterer wurde zunehmend ein bisschen böser. War es doch viel billiger, ein paar Texte und Bilder ins Web zu stellen und darauf zu warten, bis sie jemand gut fand und mit seinen Liebsten teilte. Tatsächlich liessen sich so qualitativ hochwertige Kontakte knüpfen, doch Unternehmen stellten auch schnell fest, dass das mit dem «billiger» ein Trugschluss war. Content Marketing erforderte starke Inhalte und dahinter starke Marken, die Glaubwürdigkeit liefern konnten. Denn eines war der Kunde – genauer: die Horde von Kunden! – nicht: nämlich blöd.

Content Marketing (oder wie man es in hippen Fachkreisen im Moment auch immer benennen mag) ist heute immer noch da und für das Unternehmen immer noch anstrengend. Ein paar «News» zu schreiben, hat mit Content Marketing nämlich recht wenig zu tun, vielleicht lässt sich Google & Co. da und dort noch damit überlisten, aber langfristig wird nur eine ernst genommene Owned-Content-Strategy erfolgreich bleiben. Das bedeutet für die meisten Unternehmen ein «Less is More», denn Qualität vermag Internetnutzer mehr zu begeistern als Quantität. Mindestens was die Information anbelangt, die gerade gesucht wird. Fakt ist, viele KMU überheben sich an der Aufgabe «Content Marketing» schlicht deshalb, weil sie eben nicht billig ist, sondern genauso aufwändig wie früher gute gedruckte Kundenmagazine herauszugeben. Nur weil die Druckkosten wegfallen, ist Qualität nicht plötzlich nicht mehr gefragt.

Soviel zur Einleitung. Das eingangs erwähnte Märchen begann 2010, als ein junger, Bassgitarre- und Ukulele-spielender «Wilder» namens Sebastiano Mereu die Kommunikation unseres langjährigen Kunden AKAD Business ziemlich auf den Kopf stellte. Zusammen mit dem ehemaligen Unternehmensleiter von AKAD Business, Edy Suter, wuchs die Idee, Content Marketing müsse her. Und zwar nicht etwa für das Unternehmen AKAD Business – nein! – viel mehr einfach rund um die Themen, die es auch für das Bildungsangebot von AKAD Business zu besetzen galt. Es war die Zeit, in der der Begriff «Themenführerschaft» noch en vogue war. Die beiden Herren hatten also die Vision von Blogsites zu neuralgischen Themen – und sie hatten es nicht einfach mit dieser Vorhersehung. Auch bei uns nicht, zugegebenermassen. Denn oben beschriebene Erkenntnisse waren bereits bekannt. Es würde also schwierig werden.

Zuerst musste ein Erscheinungsbild-Konzept her, das genügend groovte, um in der «Szene» anzukommen und gleichzeitig genügend weit weg vom CD des Betreibers war, denn schliesslich ging es ja darum, der «Community» Gutes zu tun und nicht darum, profane Werbung zu trällern. Der Erfolg sollte über pure Aufmerksamkeit her, über Klicks und Views, über Sharings und Likes. Brand-Goodwill-Aufbau durch die Hintertür.

Wir entwickelten ein flexibles und dennoch kohärentes Branding, das aus eigenständigen Initial-Logos bestand und sonst recht frei von starren Regeln eingesetzt werden konnte. Soweit so gut, darin waren wir auch damals schon sehr fit, mit Märchen hatte das wenig zu tun, eher mit solider Belletristik à la Konsalik. Das Märchen begann mit der Website accountingundcontrolling.ch. Sebastiano Mereu wollte die nämlich mit einem Redaktionssystem namens «WordPress» umgesetzt haben – noch nie gehört! Wieder irgend so etwas Neumodisch-Kurzfristiges, so ein Übersee-Komet, der schnell wieder verblasst, so wie dieser ganze Social-Media-Hype. Musste das sein? Wir waren skeptisch – wie immer eigentlich. Gesunde Skepsis spart aber meistens einige Marketing-Franken. Doch dieses Mal kam es anders und es begann eine innige Liebesbeziehung. Zwischen uns und WordPress.

Die erste Blogsite war zugegebenermassen ein ziemliches Gebastel und brachte eine immense Einarbeitungszeit mit sich – doch sie hält bis dato. Was wir aber zu sehen bekamen, faszinierte uns vom ersten Moment an, ehrlich. WordPress – damals noch in den Kinderschuhen – war die Bits-und-Bytes gewordene Lösung für wartbare und wirklich redaktionell betreubare Websites. Es war wie eine Feen-Gestalt gegenüber dem ganzen Schluder, den wir bis anhin getestet hatten. WordPress hatte es geschafft, auf einfache Weise die Grundbedürfnisse von Webdesignern und Redakteuren zu befriedigen, ohne dabei aber in einem schlechten Sinn «simpel» zu sein. WordPress war clever, elegant und herausfordernd, es reizte unseren Entwicklerdrang und es befriedigte unsere ästhetischen und funktionalen Ansprüche. Es war der Beginn einer neuen Ära. Heute, 6 Jahre später, ist WordPress noch stärker, noch besser, noch sicherer, schlicht: noch genialer. Es mag sein, dass es immer noch Websites gibt, für die WordPress nicht das perfekte Content-Management-System ist, aber dieser Typus Website liegt in der Regel nicht in unserem Akquisitionsradius. Für uns bleibt es das Mittel der Wahl, wenn es darum geht, schöne und funktionale Websites zu entwickeln, die bedarfsgerecht mit Funktionalität bestückt werden können.

Die Blogsites accountingundcontrolling.ch, bankingundfinance.ch und hrundleadership.ch werden nun wieder zurück in den Markenschoss genommen und die WordPress-Installationen abgeschaltet, etwa so, wie R2D2. Der allerdings erwachte ja im richtigen Moment und rettete mit seinen Erinnerungsfragmenten die Galaxie und liess den Widerstand gegen die dunkle Seite der Macht erstarken. Wir jedenfalls freuen uns, dass die Blogging-Idee auf so hohem Niveau so lange betrieben wurde und soviel Erfolg hatte (die Zugriffszahlen stiegen während der Jahre stetig und erreichten teils schwindelerregende Höhen von über 25’000 Zugriffen pro Monat!). Und wir freuen uns, dass sie weitergeführt wird. Fragen Sie uns, ob sie auch Umsatz in CHF brachte? Fragen Sie nicht. ROI und so sind in Zeiten des Content Marketing nur noch diffuse betriebswirtschaftliche Grössen. Vielleicht sogar davor schon.

Wir sagen Bye Bye und gleichzeitig Hallo zu WordPress 4.5.2 – möge die Macht mit Dir und uns sein! Könnten wir so fröhlich quietschen wie R2D2 und BB-8 – wir würden es tun.