Am 25. Februar eröffnete die Interessengemeinschaft Schiessen Schweiz IGS anlässlich einer Medienkonferenz im Bundesmedienzentrum in Bern, ihren Abstimmungskampf zum Referendum gegen die Übernahme der EU-Waffenrichtlinie. Sie führt einen Abstimmungskampf gegen nahezu alle Medien und Parteien, einen Abstimmungskampf David gegen Goliath wie es scheint. Erfolgskritisch bei diesem Vorhaben ist die perfekte Kommunikation hochgradig erklärungsbedürftiger Informationen – und das ist nun einmal exakt unser Business. Deshalb haben wir uns als Werbeagentur auch auf diesen einmaligen Ausflug in die Politkommunikation eingelassen, ob es wirklich auch das letzte Mal war, wird sich zeigen.

Wir führten die Kommunikation der IGS von den Vorbereitungen (Phase 1) im August 2018 bis zum Start des Referendums am 9. Oktober 2018, über die Unterschriftensammlung (Phase 2) und schliesslich bis zur Einreichung von sage und schreibe 125’000 Unterschriften – nur 50’000 wären nötig gewesen. Am 17. Januar 2019 erhielten wir mit unserer Strategie von der IGS einstimmig auch noch den Zuschlag für die Begleitung während des Abstimmungskampfes (Phase 3). Damit setzten wir uns als Underdog gegen eine in politischer Kommunikation renommierte Agentur durch. Nicht nur der Mix aus erfrischendem Visual und glasklarer Botschaft überzeugte unseren Kunden, auch unsere Absicht, inhaltlich, stilistisch und konzeptionell punkto Anspruchsniveau neue Wege in der Politkommunikation zu gehen: Aufsehenerregend, ehrlich, persönlich, ästhetisch, medienübergreifend. Da wir keine Agentur für Politkommunikation sind, funktionieren wir nun mal eben nicht wie eine Agentur für Politkommunikation.

Das Mandat umfasst unter anderem die Analyse der Sachverhalte und Gegenargumente, den Aufbau der Argumentation, das Verfassen aller kommunikationsrelevanten Unterlagen und Beiträge, das Schulen von Parolenführern in selbst entwickelten Argumentationsseminaren, den Betrieb und Unterhalt der Website und aller sozialen Medien, die Produktion unzähliger Formen von Kampagnenmaterial, die Leitung und den Betrieb eines Newsrooms und eines interdisziplinären Teams aus Sachverständigen, Übersetzern und Politikern. Natürlich geht auch die Strategie der Kampagne auf uns zurück, die auf einem integrierten Ansatz basiert und Inhalt und Form als zwei rote Fäden von Tag eins an geschickt miteinander zu einem tragfesten Gewebe verknüpfte, auch das Bildkonzept ist von uns entworfen und wurde in sieben Photosessions mit rund 40 Menschen in unserem Fotostudio realisiert.

Zwei Monate vor dem Abstimmungstermin am 19. Mai, ist dieser Beitrag eine Art Zwischenbericht nach 7 Monaten intensiver Zusammenarbeit mit der IGS in einer Projektlandschaft, die sowohl für uns als auch für den Referendumsträger weitestgehend Neuland darstellt. Was uns bisher – neben der schieren Menge an Aufgaben und Verantwortung sowie der kurzen Fristen bei einem Referendum – bei diesem Mandat am meisten beeindruckte, ist der unbändige Wille unseres Auftraggebers, diese Abstimmung gewinnen zu wollen. Es gebühren dem Vorstand und den Mitgliedern der IGS grosser Dank, Respekt und Anerkennung.